Papaya zum Frühstück, Mango im Smoothie und Avocado als Snack – wie sehr wir auch exotisches Obst und Gemüse lieben, der Trend geht immer mehr zum regionalen Einkaufen. Frisch geerntete Kartoffeln vom Obsthof um die Ecke, knackige Äpfel vom Bauern neben an und süße Erdbeeren vom Erdbeerfeld werden von vielen Deutschen bevorzugt. Wir haben uns mit dem Thema etwas genauer auseinandergesetzt.
10 gute Gründe, regional einzukaufen
Regional ist gesünder, nachhaltiger und schmeckt besser. Es gibt viele Gründe, die für Lebensmittel aus der Region sprechen:
- Lebensmittel aus der Region legen kürzere Transportwege zurück und verringern umweltschädlichen Treibhausgasausstoß.
- Die regionale Landwirtschaft wird gefördert, wodurch mehr Arbeitsplätze geschaffen werden.
- Die Biodiversität wird durch den Erhalt von Streuobstwiesen, Weiden und Felder in der Region erhalten.
- Regionale und saisonale Ernährung fördert die Wertschätzung von bestimmten Lebensmitteln, die nur für eine begrenzte Zeit im Jahr zugänglich sind (wie Erdbeeren, Spargel, Kürbis und Grünkohl).
- Durch lokale Landwirtschaft wird die Ernährung der Bevölkerung unabhängig von globalen Handelsstrukturen gesichert.
- Obst und Gemüse aus der Region liefert einen höheren Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen.
- Lokale Landwirtschaft lehrt die Bevölkerung den Ursprung und Wert von Lebensmitteln.
- Informationen über Inhaltsstoffe, Herstellung und Verarbeitung sind transparent und direkt beim Erzeuger einsehbar.
- Durch die Kultivierung regionaler Lebensmittel wird der Erhalt von wertvollem Wissen in Handwerk und Lebensmittelproduktion gesichert.
- Lebensmittel aus der Region schmecken besser!

Warum lokal einkaufen so schwer ist
Wenn Sie auf dem Land leben, dann können Sie schnell mal zum nächstgelegenen Bauernhof düsen, um regional einzukaufen — das funktioniert jedoch nicht in der Stadt. Produkte aus der Region sind im Supermarkt schwer zu finden oder zu identifizieren.
Außerdem ist es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich, sich komplett lokal zu ernähren. Die Produktion in Deutschland ist nicht ausreichend und der Ausbau der Strukturen für Beschaffung, Absatz und Vermarktung fehlt. Zudem werden die meisten Lebensmittel aus dem Ausland importiert und den meisten Deutschen fällt es schwer, sich an saisonale Unterschiede anzupassen.
Eine weitere Herausforderung ist die Beschriftung der Lebensmittel. Begriffe wie “regional” oder “aus der Region” sind nicht geschützt, und Anbieter dürfen mit eigenen Marken oder Siegeln für ihre Produkte werben. Das sorgt beim Verbraucher vermehrt für Unsicherheit.
Wo können Sie Ihren regionalen Einkauf erledigen?
Produkte aus Ihrer Region können Sie bei Direktvermarktern wie Hofläden oder auf dem Wochenmarkt erwerben. Sie können sich außerdem Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften (EVG) oder Foodcoops anschließen. Wenn Sie noch einen Schritt weiter gehen möchten, können Sie einer solidarischen Landwirtschaft beitreten, bei der Sie mit regelmäßigen Beiträgen einen oder mehrere Landwirte finanzieren und dafür einen Anteil der Ernte erhalten.
Bei vielen Lieferdiensten können Sie jetzt auch bequem online regional einkaufen, und sich die Fahrt und das Schleppen von Einkaufstüten sparen. Es gibt sogar grüne Kochboxen, die saisonale und regionale Lebensmittel liefern. Wenn Sie sich zu den lokalen Shoppern zählen oder einer werden möchten, dann haben wir die besten Lebensmittel-Lieferdienste, die Lebensmittel aus der Region in ihrem Sortiment anbieten, für Sie aufgelistet:
Regionalsiegel und -marken
Laut einer Studie des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) ist die Hälfte der Deutschen bereit, höhere Preise für regionale Lebensmittel zu zahlen. Doch für Verbraucher ist und bleibt es schwierig, Produkte aus der Region zu identifizieren.
Der Lebensmitteleinzelhandel hat zahlreiche regionale Kennzeichnungen und Marken selbst kreiert – Marken wie „Von Hier“, „Unser Norden“, oder „Bestes aus unserer Region“. Außerdem haben sich verschiedene Erzeuger lokal zusammengetan und Initiativen zur besseren Vermarktung gegründet – „Regionalmarke Eifel“, „Heimat schmeckt!“ oder „Die Regionaltheke – von fränkischen Bauern“ sind nur einige Beispiele. Auch die Bundesländer haben verschiedene Regionalsiegel entwickelt, wie das Qualitätszeichen Baden-Württemberg oder Geprüfte Qualität aus Thüringen.

Dabei sind die Kriterien, die regionale Produkte bestimmen, sehr unterschiedlich. Da bleibt dem Verbraucher nichts anderes übrig, als die Kriterien für Regionalität und die Herstellungsweise der Produkte selbst nachzuprüfen. Quellen, die Sie dabei unterstützen können, sind z. B. das Regio-Portal des Bundesverbands der Regionalbewegung e. V. oder das Portal Label-online.
Die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO) hat kürzlich ein neues Verkaufslogo erstellt, welches Obst und Gemüse aus heimischer Produktion im Supermarkt besser sichtbar machen soll. Das „Geerntet in Deutschland“-Logo zeigt eine Deutschlandkarte in Schwarz-Rot-Gold.
Regional oder Bio?
Lebensmittel aus der Region sind nicht immer Bio. Die Kartoffeln mit Bio-Siegel kann durchaus aus Übersee kommen und der regionale Apfel keine Bio-Kennzeichnung haben. Regionale Produkte vom Wochen- oder Bauernmarkt sind selten mit Bio gekennzeichnet. Aufgepasst! Nur weil das Obst aus der Region stammt, heißt das noch lange nicht, dass es umweltbewusst und tiergerecht angebaut wurde. Doch Bio ist nicht immer besser. Wenn es um die Ökobilanz geht, schneiden regionale Produkte besser ab, da sie wesentlich kürzere Transportwege zurücklegen müssen.
Die Zukunft regionaler Lebensmittel
Der Trend geht immer mehr zum Selbsternte-Garten — bei dem Landwirte pflanzen und die Mieter pflegen und die Ernte einholen — und Urban Gardening — ein Gemeinschaftsgarten in der Stadt. Die Deutschen entwickeln sich immer mehr weg von der globalisierten Konsumgesellschaft und hin zum lokalen Genuss.
Versuchen Sie, so häufig es geht regional einzukaufen, um die lokale Kulturlandschaft, Landwirtschaft und Ihre eigene Gesundheit zu unterstützen. Sollten Sie es mal nicht zum Bauernhof schaffen, können Sie bequem bei Lebensmittel-Lieferdiensten online bestellen.
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